Liebe Annette,
Wir sind alle gesund und munter und voll wunderbarer Erinnerungen zurück. Es war - das hast Du selbst schon angemerkt - eine sehr spezielle Reise abseits ausgetretener Pfade, grössere Mengen von Touristen haben wir nur in Stone Town und in Dar gesehen, sonst nur wenige Individualtouristen, darunter durchaus interessante Leute, mit denen man sich gerne unterhält.
Unser Reiseplan ist von Anfang bis Ende aufgegangen, das einzige Problem hatten wir gleich am Anfang in der Schweiz ;-), ein Brandalarm im Flughafenbahnhof Zürich liess uns befürchten, wir könnten den Flug verpassen. Am Ende hat es knapp gereicht.
Die Betreuung vor Ort war immer gut bis sehr gut, und dass wir auf der langen Autostrecke einen sicheren, zuverlässigen und im Zweifelsfall defensiven Autofahrer hatten, war sehr beruhigend, vielleicht sogar lebensrettend bei diesem chaotischen Strassenverkehr. Erst im Nachhinein wurde uns klar, dass wir die grössten Strecken auf der grossen ostafrikanischen Nord-Süd-Achse unterwegs waren, entsprechend viele Lastwagen waren unterwegs (Kupfertransporte aus Sambia z.B. und sehr viele Brennstofftransporte). Eine Meisterleistung hat Norasco (oder so ähnlich) bei der Etappe Kisolanza-Ruaha geboten, denn es hatte die ganze Nacht geregnet und die Sand-/Staubpisten verwandelten sich in schmierigen Schlamm. Mehr als einmal kamen wir ins Schwimmen, Norasco hat das Auto immer wieder souverän auf die sichere Spur gebracht! Ein ganz grosses Lob diesem auch sehr sympathischen Menschen!
Beide Guides waren sehr sympathische und interessante Menschen, sprechen sehr gut Englisch und haben neben ihrer Guidetätigkeit auch noch andere Interessen. Godwin - der Guide für unsere Zeit bei Mbeya - macht auch Musik und hat uns am View Point des Craterlake vorgesungen - sehr speziell! Brighton - der uns ab Mbeya begleitet hat - gibt neben seiner Tourismusausbildung noch Italienischkurse und ist künstlerisch tätig. Eine von ihm gezeichnete Giraffe durfte mit in die Schweiz.
Dann hatten wir noch einen sehr netten engagierten Guide bei der Wanderung zu den Wasserfällen im Udzungwe Park. Jesaja (von der Parkverwaltung) konnte lange und zugewandt über die Regenwaldpflanzen berichten und hatte ein scharfes Auge für noch so kleine Details. Dieser Ausflug war auf jeden Fall ein Highlight.
Wir hatten mit allen Begleitern eine sehr angenehme bereichernde Zeit! Eine - kleine - Diskussion/Unsicherheit gab es manchmal unterwegs wegen der Mittagspause. Für uns Gäste hätte nach dem reichhaltigen Frühstück ein Snack von der Landstrasse genügt, der Guide aber sah die Verpflichtung, ein Mittagessen zu organisieren - und natürlich brauchten Guide/Fahrer auch selbst eine Stärkung. Schön war die Idee, im Wasser der Hot Springs Eier zu kochen. Zusammen mit Mangos eine perfekte Mittagsverpflegung.
Zu den einzelnen Unterkünften noch:
Kolle House: Wahrhaft ein Bijou! Das Frühstück im kleinen Garten war exquisit, weshalb wir auch zweimal dort zu Abend assen und nicht enttäuscht wurden. Sehr empfehlenswert! Ein Hinweis zur Touristentaxe wäre hilfreich.
Utengule Coffee Lodge: Dort wurden unsere - hohen - Erwartungen restlos erfüllt, d.h. wir hatten dort eine entspannte Zeit abseits der Hektik von Mbeya (katastrophaler Strassenverkehr) mit schönen Ausflügen und wurden gut betreut. Zimmer waren sehr komfortabel und das Essen ambitioniert sehr gut. Dass der Frühstückskaffee exzellent war, versteht sich dort fast von selbst. Umso enttäuschender in späteren Unterkünften der Instantkaffee.
Old Farm House Kisolanza: Etwas düstere Anlage, aber daer Eindruck kann daran liegen, dass es geregnet hat. Alles im Zimmer war klamm. Abendessen im Lehmhaus ist natürlich speziell, die Chefin Nikki ist eine wunderbare Gastgeberin und hat uns kulinarisch verwöhnt.
Tandala Tented Camp: Schöne Anlage mit engagiertem Gastgeber. Man muss sich daran gewöhnen, dass man keinen einzigen Schritt alleine machen darf, immer steht sofort ein Maasai parat zur Begleitung. Ist aber wahrscheinlich nötig. Immerhin waren direkt unter unserem Pfahlbauzimmer Elefantenfussabdrücke. Das Zimmer selbst war in Ordnung, das Essen auch, fiel aber ab gegen die Highlights anderswo.
Die Sunset Hotels in Iringa und Morogoro: Sehr schön und ruhig gelegen. Die Aussicht in Iringa zum Sundowner ist sehr schön. Das Frühstück (Buffet) liess zu wünschen übrig, und die anwesenden Serviceleute waren nicht sehr motiviert. Dort gab es auch Kommunikationsschwierigkeiten.
Hondo Hondo Tented Camp: Der Gastgeber im Tandala hatte gemeint, er hätte in letzter Zeit schlechtere Bewertungen darüber gehört. Und als wir ankamen, hatten wir auch leichte Befürchtungen wegen des Standards. Bei näherer Betrachtung aber, und als wir am Abend das ganze grosse Affentheater vorgeführt bekamen, waren wir sofort versöhnt. Und Frühstück und Abendessen waren ausgezeichnet, ambitioniert und von freundlichen Menschen serviert.
Mediterraneo Dar: Schöne Anlage, auch wenn man kein Zimmer Richtung Meer hat - die sind luftiger, und das würde ich ein anderes mal anders buchen wollen. Aber andererseits sitzt man sowieso meist am Meer. Sonst sind die Zimmer sehr komfortabel. Das Abendessen à la carte war unterschiedlich, das Frühstück (Buffet) war eindeutig in den kleineren Unterkünften vielseitiger.
Etwas Probleme hatten wir beim Geldwechsel: Dollarnoten der Serien von 2006 und 2016 wurden nicht überall (etwa in Utengule) akzeptiert und der Umtausch von € Noten auf der Bank in Iringa gestaltete sich geradezu schikanös zeitraubend. Die ATMs waren entweder ausser Betrieb oder wir wurden vor ihnen gewarnt. Nur auf dem Post Office in Stonetown wurden unsere Dollarnoten problemlos und rasch akzeptiert und ohne Kursverlust (!) gewechselt.
Das war jetzt etwas lang, aber daran siehst Du, wie gut uns diese Reise gefallen hat. Ganz herzlichen Dank für die perfekte Organisation!
Herzliche Grüsse von Angelika und Manfre